Naturparadies Neuseeland

28.2. – 23.3 2019

Neuseeland

28.2. – 23.3 2019

Wo treffen kochend heiße Vulkane auf eisige Gletscher und subtropische Regionen? Wo ist die Natur so artenreich und bunt, dass sie uns den Atem raubt? Ganz richtig, wir sind in Neuseeland. Auf einer Rundreise entdecken wir ein faszinierendes Land mit vielen Gesichtern. Zwischen zwei Kulturen erleben wir eine Nation, die von ihrer Vielfalt profitiert. Folgen Sie uns auf eine Reise zu den Highlights im „Land der langen weißen Wolke“.

Reisebericht von Frau Dr. Elisabeth Linnert

 Die Anreise nach Neuseeland ist lang und anstrengend. Um das ersehnte Land möglichst ausgeruht  zu erreichen, ist ein Zwischenaufenthalt in Singapur eine gute Variante, zumal der Stadtstaat einen Besuch wert ist. Stadtrundfahrt, Botanischer Garten und Abendbummel am Fluss – all das sind  herrliche Eindrücke.

 Der Flug nach Christchurch ist dann nicht sonderlich belastend und der Empfang durch unseren Reiseleiter Hubert Poot herzlich und vielversprechend. Die durch das schwere Erdbeben 2011 völlig zerstörte Innenstadt wurde bisher nicht wieder aufgebaut, die Kathedrale ist noch als Ruine vorhanden, eine von Japanern gebaute Pappkartonkirche das einzige bedeutende Bauwerk im  Zentrum.

 Die Rundreise durch die Südinsel beginnen wir mit einer Fahrt ins Landesinnere über die große Hochebene, die Canterbury Plains. Hohe, fast undurchdringliche Hecken aus schnell wachsenden kanadischen Kiefern schirmen die Weideflächen, die künstlich bewässert werden, gegen die Winde ab. Sehr große Rinder- und Schafherden sind typisch für Neuseeland, Getreidefelder sucht man fast vergeblich. Am Lake Tekapo, wo eine kleine Kirche an den guten Hirten erinnert, sind wir den höchsten Bergen  Mt.Cook und Mt.Tasman schon sehr nah. Auf einer Extrafahrt in ein wunderschönes Tal und nach einem Aufstieg über 320 Stufen ist uns sogar der Blick auf einen hoch gelegenen See, in dem Eisberge des Tasmangletschers treiben, vergönnt.

 Am nächsten Tag nähern wir uns wieder der Ostküste. Das System der Waitaki-Wasserwerke mit seinen Stauseen liefert schon seit fast 90 Jahren große Energiemengen. Die an der Küste gelegene Stadt Oamaru war ehemals ein wichtiger Hafen. Vom Reichtum zeugen bedeutende Bauten, die gut restauriert als Kulisse für Filme, die in den zwanziger Jahren spielen, dienten. Auch moderne Kunst hat überall ihren Platz.

 Etwas weiter südlich weist ein Sandstrand eine Besonderheit auf – die Moeraki Boulders. Es sind riesige Steinkugeln, die sich vor etwa 4 Millionen Jahren im Meer gebildet haben. Um einen organischen Kern lagerten sich Mineralien ab.

 Unser Tagesziel ist die Stadt Dunedeen, die neben der angeblich steilsten Straße der Welt (43%) und einer  schönen Innenstadt einen bemerkenswerten Bahnhof im Jugendstil mit wunderschönen Bodenmosaiken und farbigen Fenstern aufweist. Von hier aus startet am nächsten Tag eine Tour mit dem Traditionszug durch das Tal des Taieri-River nach Pukerangi, wo uns Hubert wieder in Empfang nimmt. Der Nachmittag ist einer Exkursion durch das Naturschutzgebiet der Otago-Halbinsel vorbehalten, wo viele Vogelarten, Pelzrobben und mit etwas Glück die endemischen Gelbaugenpinguine  zu sehen sind. Besonders beeindruckend sind die Albatrosse.

 Weiter geht es durch das große Land. „Fahr vorsichtig! Kein Ort, kein Krankenhaus, kein Friedhof!“ verkündet ein Schild. Sehr beruhigend, aber Hubert ist ein sicherer Fahrer.

 Über den „Präsidentenhighway“ von Clinton nach Gore führt die Route nun westwärts nach TeAnau. Über den gleichnamigen See bringt ein Boot die Besucher zur Glühwurmhöhle, durch die man bis zum Ende wandert, um dann in völliger Dunkelheit die blau leuchtenden Larven der Trauermücke betrachten zu können. Diese leben 9 Monate an der Decke der Höhle und ernähren sich von Partikeln, die sie an Schleimfäden fangen. Die nach kurzer Puppenruhe ausschlüpfende Mücke stirbt nach der Eiablage.

 Auf dem Weg zum Milford Sound passieren wir Gegenden mit dichtem Regenwald mit Baumfarnen, an dem wir uns auf kurzen Spaziergängen erfreuen können. Die Flechte Altmännerbart gilt als Kriterium für reine Luft, die es in Neuseeland noch reichlich gibt. Die Katamaranfahrt auf dem Milford Sound zwischen hohen Felsen, vorbei an Wasserfällen und Robbenkolonien  ist ein bezauberndes Erlebnis, das viel zu schnell vorüber ist.

 Queenstown, die malerische Stadt am Lake Wakatipu, entstand nach Goldfunden und ist heute besonders wegen ihrer vielen Sportangebote beliebt. Vom 790 m hohen Bob´s Peak, auf den uns eine Gondelbahn trägt, hat man einen weiten Blick über Stadt und See. Im Ort gibt es schöne Lokale, in denen man sehr gut, aber nicht eben billig essen kann.

 Die alte Goldgräberstadt Arrowtoun wirkt am frühen Morgen noch recht ursprünglich, ehe die Touristenmassen einfallen.

 Die Vorbereitungen für einen Bungy-Sprung fesseln an einer Brücke unsere Aufmerksamkeit. Schließlich stürzt sich eine junge Frau in die Tiefe.

 Die Berge, die wir auf der Weiterfahrt überqueren, sind von leuchtend goldenem Steppengras überzogen, ein wunderschöner Anblick. Mehrere Stauseen sind hier miteinander verbunden. Am Lake Wanaka pausieren wir, genießen unterwegs  Blicke aufs Meer mit umbrandeten Klippen, ehe wir Fox Glacier, unser heutiges Ziel mit Blick auf die höchsten Berge erreichen. Nach einer Wanderung um den Lake Matheson genießen wir von unserem Quartier aus das Farbenspiel der Abendsonne auf den Gipfeln von Mt.Tasman und Mt.Cook.

 Am nächsten Morgen ist alles in Nebel gehüllt, aber wir haben bisher fast nur gutes Wetter gehabt. Nach Ansicht der Maori ist Regen „flüssiger Sonnenschein“.

 Der Franz-Josefs-Gletscher, zu dessen Zunge ein Wanderweg führt, ist leider in den letzten Jahren stark zurück gegangen.

 Über den Glacier Highway erreichen wir Hokitika, wo die für die Maori heilige Jade zu Schmuck verarbeitet und verkauft wird. Am Strand liegt allerlei skurril geformtes Treibholz.

 Im Paparoa-Nationalpaark sind die Pancake Rocks ein lohnendes Ziel. Unterschiedlich verwitterte Felsen weisen eine Schichtung auf – Bergen von Pfannkuchen ähnlich. Die hier vorkommenden  Nikaupalmen haben für die Maori mythologische Bedeutung. Ihr Blattaustrieb bedeutet Hoffnung und Leben.

 Die Pelzrobben, auf steilen Felsen zu beobachten, haben Junge. Sie sind streng geschützt, wurden früher wegen ihres Fells gejagt und fast ausgerottet.

 Am Jachthafen in Nelson haben wir unser letztes Quartier auf der Südinsel. Besuche in Havelock , wo die Grünlippmuscheln für gesundheitsfördernde Zwecke gezüchtet werden und der Physiker Ernest Rutherford seine Schulzeit verbracht hat, und eines edlen Weingutes beschließen den Aufenthalt, bevor wir am Nachmittag die Fähre nach Wellington besteigen.

 Wir starten bei schönem Wetter und genießen das vorbei ziehende grandiose Panorama. Gegen Ende der Fahrt wird es so trüb, dass die  nach der Ankunft vorgesehene Fahrt auf den Mt.Victoria nicht sinnvoll erscheint. Hubert entscheidet sich dennoch dafür, und wir genießen den Rundblick über Stadt und Hafen.

 Wellington ist die Hauptstadt, windig und erdbebengefährdet. Alte Gebäude wurden nicht abgerissen,  sondern  einfach in den jeweiligen Neubau integriert. Das Parlament hat seinen Sitz jetzt in einem Rundbau, nutzte früher ein großes Gebäude, das ganz aus Holz errichtet worden war. Die“Old St. Pauls Kirche“, auch sie ganz aus Holz, ist besonders sehenswert.

 Im Nationalmuseum „Te Papa“ macht uns eine Maorifrau mit den kulturellen Schätzen ihres Volkes bekannt.

 Ein Erlebnis besonderer Art erwartet uns am Abend im Schutzgebiet Zealandia. Stadtnah ist ein Areal von einem hohen Zaun so sicher umfriedet, dass kein Raubzeug eindringen kann. Hier leben Kiwis, die wir durch das rote Licht unserer Taschenlampen bei ihrer Nahrungssuche nicht stören, so dass wir sie ganz aus der Nähe beobachten können. Auch andere Tiere wie die große Ralle      Takahe´und Brückenechsen werden hier geschützt und erforscht.

 Weiter geht’s nun auf der Nordinsel. Die Stadt Napier wurde 1931 durch zwei schwere Erdstöße völlig zerstört, aber schon bald danach wieder aufgebaut. Es entstand die wohl schönste „Art Deco“ Stadt der Welt. Wir erkunden sie am Nachmittag und bei einer Führung am nächsten Morgen. Tief erschüttert sind wir von der Nachricht über den Terroranschlag am 15.3. auf zwei Moscheen in Christchurch, bei dem 50 Menschen ums Leben gekommen sind. Neuseeland hatte sich so sicher gefühlt!

 Unser Ziel, die Stadt Taupo, liegt am gleichnamigen See, der mit 600 Quadratkilometern Fläche der größte See des Landes ist. Im Norden wird er von drei Vulkanen begrenzt. In der Umgebung wird Energie aus Dampf gewonnen, der dem Boden entströmt. Der Waikato- Stausee, dessen Schleusen jeden Tag um 14 Uhr für 10 Minuten geöffnet werden, um mit einem Schwall Wasser die talwärts liegenden natürlichen Becken zu fluten – ein Besucherspektakel – liefert weitere Energie.

 In Taupo kann man auf der Uferpromenade die Schönheit der Natur genießen oder gepflegt Kaffee trinken.

 Der folgende Tag steht ganz unter dem Motto Vulkanismus. Nach einem kurzen Besuch des Huka Wasserfalls und einer Fahrt durchs Hochland wandern wir zwei Stunden lang durch das Waimangu Vulcanic Valley, das 1886 durch den Ausbruch des Vulkans Tarawera völlig zerstört wurde. Hier brodelt es aus heißen Quellen, Dampf und kleine Geysire steigen auf, Mineralien und Bakterien erzeugen traumhafte Farbeffekte und es riecht nach Schwefel. Das Wasser des Infernokraters ist extrem sauer und 80 Grad heiß!  In einem bestimmten Zyklus entleert und füllt sich der Höllenschlund.  Auch am Lake Rotomahana, den wir mit einem Boot befahren, wiederholen sich diese Eindrücke.

 Im Rainbow Springs Nature Park in Rotorua werden wir über die Biologie der Kiwis unterrichtet. Hier werden auch Küken aufgezogen und später ausgewildert. Die Wappenvögel sind sehr gefährdet.

 Am Abend erleben wir die Maori in ihrem Schaudorf. Begrüßungszeremonie, Kriegstänze und Gesänge, die sehr laut sind, werden im großen Versammlungshaus vorgeführt. Danach werden wir bewirtet. Das Essen, das eigentlich traditionell im Erdloch unter heißen Steinen gegart wird und Hangi heißt, wurde für die vielen Besucher jedoch in einer Küche gekocht. Von einer Terrasse aus hat man den großen Geysir im Blick , der etwa einmal pro Stunde ausbricht. Leider verpassen wir das Spektakel, aber auch der Dampfausstoß ist schon imponierend, besonders bei nächtlicher Beleuchtung.

 In Matamata sind die „Hobbits“ zu Hause. Die Filmkulissen sind heute Besuchermagnet. Auch wir erfreuen uns an den wunderhübschen Zwergenhäuschen.

 Auf der Coromandelhalbinsel, die eine beliebte Ferienregion ist, lohnt sich die Wanderung zu einer Karsthöhle am Fuße der Steilküste. In Tairua übernachten wir in komfortablen Pavillons.

 Dichte Baumfarnwälder begleiten uns auf der weiteren Fahrt, die an Auckland vorbei nach Norden führt.

 In Kawakawa hat Friedensreich Hundertwasser auf einer Farm gelebt und der Stadt mit seinem letzten Werk, einer öffentliche Toilette, ein bleibendes Geschenk gemacht.

 Von Paihia starten wir am nächste Tag zum Cape Reinga, dem nördlichsten Punkt, von dem aus die Seelen der verstorbenen Maori ihre letzte Reise antreten, um im Meer zu versinken. Hier treffen die Wellen des Pazifik und der Tasmansee aufeinander, vom Leuchtturm aus deutlich zu sehen.

 Große Dünen und ein viele Kilometer langer Sandstrand sind mit dem großen Bus befahrbar, in den wir heute umsteigen mussten.  Kleinen Fahrzeugen ist es aus Sicherheitsgründen verboten.

 Geschichtliches wird uns am  historischen Ort Waitangi nahe gebracht, an dem 1840 der Vertrag zwischen 43 Maori-Häuptlingen und dem Repräsentanten der Engländer geschlossen wurde. Seitdem ist Neuseeland britische Kolonie. Von der Kunst des Bootsbaus der Maori zeugt ein großes Waka, das aus drei Kauristämmen zusammengesetzt wurde.

 Matakohe war früher der Exporthafen für die Kauristämme. Heute unterrichtet ein Museum über die Bäume, die nicht mehr durch Raubbau in ihrem Bestand gefährdet sind, sondern durch eine Pilzerkrankung. Hubert zeigt uns in Paparoa sein traumhaftes Anwesen und auf der Fahrt nach Auckland das skurrile Pub Puhoi, das seit 1885 noch an keinem Tag geschlossen hatte.

 Auckland, Endpunkt unserer Reise, liegt in ganzer Schönheit vor dem Betrachter, besonders wenn man den Maungawhau besteigt. Neben einer schon länger bewohnten Insel tauchte vor 700 Jahren eine weitere aus dem Meer auf. Hubert dazu: „Die Maori werden ganz schön dumm geschaut haben, als sie nach dem Frühstück plötzlich eine neue Insel vor ihrem Fenster hatten“!

  Nun naht der Abschied. 23 Stunden reine Flugzeit mit nur kurzer Pause in Singapur trennen uns von der Heimat, in die wir aber am 23.3. wohlbehalten zurückkehren. 5.032 Kilometer auf der Straße, dazu 90 km Fähre und diverse Bootsfahrten - die unendlich vielen Eindrücke dieser traumhaften Reise  müssen wir erst verarbeiten!

 

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